Am 19. Juni 2026 fand erstmals eine EVU-Exkursion statt. Ziel war die exklusive Besichtigung der im Bau befindlichen alpinen Solaranlage Madrisa Solar oberhalb von Klosters – einem wegweisenden Projekt zur Stärkung der Schweizer Winterstromversorgung.
Unter fachkundiger Begleitung von EKZ erhielten die rund 55 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertiefte Einblicke in die technischen, betrieblichen und wirtschaftlichen Aspekte der Anlage. Im Fokus standen insbesondere die Netzintegration, die saisonale Produktionscharakteristik sowie die Herausforderungen beim Bau und Betrieb auf rund 2’000 Metern über Meer.
Madrisa Solar zählt zu den Pionierprojekten des Solarexpress. Im Endausbau wird die Anlage über eine installierte Leistung von rund 11 MWp verfügen und jährlich etwa 17 GWh erneuerbaren Strom produzieren. Besonders bemerkenswert ist der hohe Winterstromanteil von über 40 Prozent der Jahresproduktion – ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz in den Wintermonaten. Die Anlage umfasst rund 20’000 bifaziale Solarmodule und wird künftig Strom für rund 3’500 Haushalte erzeugen.
Die Besichtigung vor Ort ermöglichte einen praxisnahen Zugang zu einem der aktuell innovativsten Infrastrukturprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Teilnehmenden konnten sich direkt von den besonderen Standortvorteilen alpiner Photovoltaikanlagen überzeugen und die Bedeutung solcher Projekte für die zukünftige Energieversorgung einordnen.
Ein besonderes Highlight der Exkursion waren die laufenden Montagearbeiten auf der Baustelle. Die Teilnehmenden konnten live mitverfolgen, wie die vormontierten PV-Tragtische mittels Helikopter präzise an ihren Bestimmungsort transportiert und montiert wurden. Die Geschwindigkeit, Genauigkeit und Effizienz dieser Einsätze beeindruckten die Besucherinnen und Besucher gleichermassen. Was aus Beobachtersicht spektakulär wirkte, verdeutlichte eindrücklich die logistische und organisatorische Meisterleistung, die hinter der Realisierung eines alpinen Solarprojekts dieser Grössenordnung steht. Die perfekte Koordination zwischen Helikoptercrew, Montageteams und Bauleitung zeigte, wie anspruchsvoll die Umsetzung unter alpinen Bedingungen ist.
Der anschliessende Apéro auf dem Berg bot eine ideale Gelegenheit für den fachlichen Austausch und die Vernetzung unter Netzbetreibern, Energieversorgern und Branchenvertretern. Die Diskussionen zeigten deutlich, wie wertvoll der persönliche Dialog zu aktuellen Herausforderungen wie Winterstromversorgung, Netzausbau und Systemintegration ist.
Die erste EVU-Exkursion war ein voller Erfolg. Die durchwegs positive Resonanz bestätigt das grosse Interesse an praxisnahen Informationen und am Austausch innerhalb der Energiebranche. Ein herzlicher Dank gilt EKZ für die Organisation der Besichtigung sowie allen Teilnehmenden für die spannenden Gespräche und den wertvollen Erfahrungsaustausch.
Kennzahlen Madrisa Solar
- Installierte Leistung: rund 11 MWp
- Jahresproduktion: rund 17 GWh
- Winterstromanteil: über 40 %
- Solarmodule: rund 20’000 bifaziale Module
- Stromproduktion für rund 3’500 Haushalte
- Standort: rund 2’000 m ü. M.





